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Pflege-frei bis 100 bleiben!

Dass wir älter werden, lässt sich nicht ändern – aber wie wir im Alter leben, können wir selbst bestimmen. Ob wir ab 65 nicht nur in Rente sondern auch in Pflege gehen oder mit 66 das Leben noch richtig genießen können – das ist vor allem eine Frage der Fitness. Schwaches Herz, schlappe Beine, steife Gelenke, brüchige Knochen sind nicht unabwendbare Schicksalsschläge sondern das Ergebnis eines zu passiven Lebensstils. Die Folgen der Bequemlichkeit trägt dann nicht nur die Gesellschaft durch immer höhere Beiträge für die Pflegeversicherung. Und weil die Pflegekosten häufig nicht gedeckt sind, gilt immer öfter: Kinder haften für ihre Eltern! Wer das vermeiden will, bringt die Alten beizeiten auf Trab.

Fast drei Millionen Deutsche müssen schon heute gepflegt werden, bis 2030 soll deren Zahl auf 3,4 Millionen steigen. 80 Prozent der heutigen Pflegefälle sind über 65. 80 Prozent der Bevölkerung bewegt sich zu wenig und ist körperlich nicht aktiv. Nur 52 Prozent der 20- bis 29jährigen Männer trainieren zwei oder mehr Stunden pro Woche. Bei den Frauen liegt der Anteil in dieser Altersgruppe nur bei 40 Prozent.

Ab 20 altern die Gefäße, aber ab 30 die Muskulatur

Die Folgen der körperlichen Faulheit sind verheerend. Der Unterschied zwischen biologischem und chronologischem Alter lässt sich an den Blutgefäßen messen. Sie beginnen allmählich zu versteifen. Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Rauchen beschleunigen den Prozess. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Bewegungstraining kann den Prozess verlangsamen.

Ab 30 verliert der Mensch jährlich ein Prozent seiner Muskelmasse – wenn er seine Muskeln nicht trainiert. Muskeln nehmen ab, Fett- und Bindegewebe nehmen zu. Jahr für Jahr verliert der Mensch mehr an Kraft, kann sich erst nicht mehr auf den Beinen halten und bald nicht einmal mehr aufrichten, wird zum Liege-Fall.

Weniger Muskeln – mehr Fett

Wenn die Muskelmasse abnimmt, sinkt der Grundumsatz der benötigten Energie. Bei gleichbleibender Nahrungsaufnahme steigt der Körperfettanteil und wächst das Übergewicht – mit all seinen Folgekrankheiten: Diabetes, Bluthochdruck, Arterienverkalkung.

Wer diesen Weg ins Pflegeheim nicht gehen will, muss sich bewegen und systematisch trainieren. Zwei- bis dreimal die Woche Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit trainieren stoppt den Muskelabbau und stabilisiert den Körper. Einmal pro Woche reicht nur aus, um den Status zu halten.

Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät mit dem Training anzufangen und bis 100 selbst bestimmt und pflegefrei zu bleiben.